Wallbox im Ferienhaus: So bezahlt der Gast den Ladestrom

Wallbox im Ferienhaus: So bezahlt der Gast den Ladestrom

Sunfort Solar 10/10/2026
Wallbox im Ferienhaus: So bezahlt der Gast den Ladestrom

Wenn Sie ein Ferienhaus in Empuriabrava, Roses oder Castelló d’Empúries vermieten, hat man Sie bestimmt schon gefragt: „Kann man hier das Auto laden?“ Viele Gäste kommen mit dem Elektroauto aus Frankreich, Deutschland, Belgien oder den Niederlanden, und nach 1.000 km Fahrt wünschen sie sich vor allem eines: eine sichere Lademöglichkeit direkt vor der Tür.

Eine Wallbox zu installieren ist vergleichsweise einfach. Die eigentlich wichtige Frage ist eine andere: Wer bezahlt den Strom? Heute erklären wir Ihnen die Möglichkeiten, die technischen Punkte, auf die Sie achten sollten, und wie das Ganze zusammenpasst, wenn Sie bereits eine Solaranlage haben.

Wallbox in einem Ferienhaus: Der Gast bezahlt, was er verbraucht

Warum Gäste danach fragen

Auf Buchungsplattformen ist „Ladestation für Elektroautos“ ein Filter, den viele Reisende aktivieren. Hat Ihr Haus keine, taucht es in der Suche einfach nicht auf. Wer mit dem Elektroauto unterwegs ist, lädt viel lieber über Nacht am Haus, als im August eine öffentliche Ladesäule zu suchen, die oft belegt oder teuer ist.

Das Haus vermietet sich dadurch nicht von selbst, aber es ist eines dieser Details, die bei einer Buchung den Ausschlag geben und an die sich Gäste in ihren Bewertungen erinnern.

Das Problem: Wer bezahlt den Strom?

Eine volle Ladung kann 40 bis 80 kWh ausmachen. Lädt ein Gast eine Woche lang jeden Tag, merken Sie das an der Rechnung. Es gibt vier Möglichkeiten, damit umzugehen:

1. Im Mietpreis inbegriffen. Am einfachsten und bei Gästen am beliebtesten, aber das Risiko liegt bei Ihnen: Sie wissen nicht, ob ein Gast kommt, der nie lädt, oder einer, der jede Nacht zwei Autos lädt. Das lohnt sich nur, wenn Sie den Übernachtungspreis entsprechend anheben.

2. Eine Pauschale pro Aufenthalt. Zum Beispiel ein fester Betrag pro Woche, wenn der Gast die Wallbox nutzen möchte. Das ist leicht zu erklären und lässt sich zusammen mit der Endreinigung abrechnen, bleibt aber eine Näherung: Manche zahlen zu viel, andere zu wenig.

3. Abrechnung nach Verbrauch, per RFID-Karte oder App. Die fairste Lösung. Eine intelligente Wallbox mit OCPP (dem Standardprotokoll für Ladestationen) wird mit einer Verwaltungsplattform verbunden, auf der Sie den Preis pro kWh festlegen. Der Gast meldet sich mit einer Karte, die Sie im Haus hinterlegen, oder per App an, lädt, und die Plattform rechnet den tatsächlichen Verbrauch ab. Sie erhalten die Details jedes Ladevorgangs und müssen nichts nachrechnen. Diese Plattformen verlangen meist eine Grundgebühr oder eine Provision, die man vor der Wahl vergleichen sollte.

4. Ein separater Zähler. Ein eigener Zähler nur für die Wallbox zeigt Ihnen genau, wie viele kWh pro Aufenthalt verbraucht wurden, und Sie können das bei der Abreise abrechnen. Das funktioniert, aber jemand muss den Zähler bei jedem Gästewechsel ablesen.

Für die meisten Ferienhäuser ist Möglichkeit 3 auf Dauer die mit dem geringsten Aufwand.

Die technischen Punkte, die man prüfen sollte

Die vertraglich vereinbarte Leistung. Das ist der wichtigste Punkt. Hat das Haus 5,75 kW Anschlussleistung und der Gast startet den Ladevorgang, während Klimaanlage, Poolpumpe und Backofen laufen, löst der Hauptschalter aus und das Haus ist ohne Strom. Die Lösung ist ein dynamisches Lastmanagement: Ein Sensor im Verteilerkasten misst den Verbrauch des Hauses, und die Wallbox reduziert ihre Leistung automatisch, wenn es nötig ist. So muss die vertraglich vereinbarte Leistung nicht erhöht werden, oder nur geringfügig.

Einphasig oder dreiphasig. Einphasig erreicht eine Haus-Wallbox etwa 7,4 kW, dreiphasig 11 kW. Für einen Gast, der über Nacht lädt, sind 7,4 kW mehr als genug: Damit sind die meisten Akkus in einer Nacht voll.

Entfernung und Kabel. Je weiter der Stellplatz vom Verteilerkasten entfernt ist, desto dicker muss das Kabel sein, damit es sich nicht erwärmt und keine Spannung verliert. Müssen Gräben gezogen oder der Garten durchquert werden, fällt das im Angebot stärker ins Gewicht als die Wallbox selbst.

Im Außenbereich. Hängt die Wallbox im Freien, braucht sie eine geeignete Schutzart (IP54 oder höher) und muss vor Stößen geschützt sein. In Meeresnähe spielt auch die salzhaltige Luft eine Rolle.

Die Schutzeinrichtungen. Der Stromkreis der Wallbox braucht einen eigenen Leitungsschutzschalter und einen für Elektrofahrzeuge geeigneten Fehlerstromschutzschalter: Typ A mit Gleichfehlerstromerkennung (bei vielen Wallboxen bereits integriert) oder Typ B.

Wenn Sie bereits eine Solaranlage haben

Hier gibt es eine gute Nachricht. Viele intelligente Wallboxen können bevorzugt mit Solarüberschuss laden: Tagsüber fließt die Energie, die Ihre Module erzeugen und das Haus nicht verbraucht, ins Auto, statt zu einem niedrigen Preis ins Netz eingespeist zu werden. Für den Gast ändert sich nichts, aber Ihre Kosten pro kWh sinken, und die Marge zwischen dem, was Sie berechnen, und dem, was es Sie kostet, wird größer. Dafür müssen Wallbox und Wechselrichter miteinander kommunizieren können, was wir im Einzelfall prüfen.

Formalitäten und Vorschriften

In Katalonien wie im übrigen Spanien muss die Wallbox von einem zugelassenen Elektroinstallationsbetrieb installiert werden, gemäß der technischen Vorschrift ITC-BT-52 der spanischen Niederspannungsverordnung. Nach Abschluss stellt der Installateur das Installationszertifikat (das „Butlletí“) aus. Dieses Dokument verlangt Ihre Versicherung, falls es einmal ein Problem gibt.

Was Förderungen angeht: Das Programm MOVES III hat in den letzten Jahren Ladestationen bezuschusst. Bedingungen und Fristen ändern sich häufig, fragen Sie uns also nach dem aktuellen Stand, wenn Sie die Installation angehen.

Kurze Checkliste für Eigentümer

  • Welche Leistung haben Sie vertraglich vereinbart, und welche großen Verbraucher hat das Haus (Klimaanlage, Pool, Wärmepumpe)?
  • Ist der Anschluss einphasig oder dreiphasig?
  • Wie weit ist der Stellplatz vom Verteilerkasten entfernt?
  • Wie möchten Sie den Strom abrechnen: inklusive, pauschal oder nach Verbrauch?
  • Unterstützt die Wallbox OCPP und dynamisches Lastmanagement?
  • Haben Sie eine Solaranlage, oder denken Sie darüber nach?

Wenn Sie ein Ferienhaus im Alt Empordà vermieten und Ihren Gästen das Laden anbieten möchten, ohne den Strom selbst zu bezahlen, schreiben Sie uns per WhatsApp oder über den Chat auf unserer Website, und wir sagen Ihnen, welche Lösung zu Ihrem Haus passt.